Edward W. Said
Edward W. Said wurde in Jerusalem geboren, wuchs in Jerusalem und Kairo auf und erhielt seine Ausbildung in den Vereinigten Staaten wo er die Universitäten Princeton (B.A. 1957) und Harvard (M.A. 1960; Ph.D. 1964) besuchte. Ab 1963 unterrichtete er an der Columbia University und war zuletzt, bis zu seinem Tode im Jahr 2003, Professor für Englisch und Vergleichende Literaturwissenschaft.
Er schrieb mehr als zwanzig Bücher, die in dreißig Sprachen übersetzt wurden, darunter „Beginnings: Intention and Method“ (1975), „Orientalism“ (1978), „The Question of Palestine“ (1979), „Covering Islam“ (1980), „The World, The Text, and the Critic“ (1983), „After the Last Sky“ (1986), „Musical Elaborations“ (1991), „Culture and Imperialism“ (1993), „Representations of the Intellectual: The Reith Lectures“ (1994), „Peace and Its Discontents: Essays on Palestine in the Middle East Peace Process“ (1996), „ Entre Guerre et Paix“ (1997) und „Out of Place: A Memoir“ (1999). Darüber hinaus editierte er „Henry James's Complete Stories 1884-1891“ (1999) für die Library of America.
Neben seiner akademischen Arbeit schrieb er eine vierzehntägliche Kolumne für Al-Hayat und Al-Ahram, unterstützte Zeitungen in Europa, Asien und Nahost regelmäßig mit Beiträgen und war für die Musik-Kritiken in der Publikation The Nation verantwortlich. Er arbeitete in den Redaktionsausschüssen von 20 Zeitschriften und war der Herausgeber einer Buchreihe, Convergences, bei der Harvard University Press. Edward Said hat an mehr als 200 Universitäten in Nordamerika, Europa, Afrika und Asien Vorlesungen gehalten, er lehrte als Gastprofessor an den Universitäten Harvard, Yale, Johns Hopkins und Toronto, hielt die Empson-Antrittsvorlesungen an der Cambridge University sowie, auf Einladung Professor Pierre Bourdieus, eine Reihe von Vorlesungen am Collège de France. Said war Mitglied der American Academy of Arts and Sciences, der Royal Society of Literature, der American Philosophical Society und wurde zum Honorary Fellow des King`s College, Cambridge, ernannt. Darüber hinaus war er bis 1998 Mitglied des PEN Präsidiums sowie Präsident der Modern Language Association für die Legislaturperiode 1999.
Edward Said wurde mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, zuletzt u.a. mit Doktorwürden der University of Chicago, der Jawaharlal Nehru University, der Bir Zeit University, der University of Michigan, der University of Edinburgh, der American University of Cairo, der National University of Ireland, der Sorbonne und der American University of Beirut. 1998 erhielt er den Sultan Owais – Preis für allgemeine kulturelle Leistungen, wurde 1999 Honorary Fellow der Middle Eastern Studies Association und erhielt den ersten Spinoza – Preis, der in den Niederlanden verliehen wurde.
Als versierter Musiker erarbeitete er zusammen mit Daniel Barenboim und dem Chicago Symphony Orchestra eine neue Produktion von Beethovens Fidelio, für die er einen neuen englischen Text geschrieben hatte, um den gesprochenen Dialog zu ersetzen; zusätzlich führte er 1999 mit Daniel Barenboim und Yo – Yo Ma einen Workshop für junge arabische und israelische Musiker in Weimar, Deutschland, durch, wobei sich aus diesem Projekt das West- Eastern Divan Orchestra entwickelte (ein Orchester, bestehend aus Palästinensern, Israelis und Angehörigen anderer arabischer Staaten). Die Barenboim-Said Stiftung entstand ebenfalls aus diesem Workshop und wurde 2003 gegründet, um verschiedene Musikerziehungs-Programme in den besetzten Gebieten, den Workshop und das Orchester sowie musikalische Kindergärten zu unterstützen. Durch sein Engagement für die Rechte der Palästinenser fungierte Edward Said von 1977 bis 1991 als Mitglied des Palästinensischen Nationalrates.
Professor Said erhielt für seine Denkschrift „Out of Place” (dt. „Am falschen Ort“) mehrere Auszeichnungen, darunter der New Yorker Book Award für Sachliteratur 1999, der Jahr 2000 Anisfield-Wolf Book Award für Sachliteratur und der Morton Dauwen Zabel Literaturpreis, der von der American Academy of Arts and letters vergeben wird. Seine letzten Veröffentlichungen beinhalten „The End of the Peace Process: Oslo and After” (Pantheon, 2000), „Reflections on Exile and Other Essays” (Harvard University Press, 2001), „Power, Politics and Culture” (Pantheon, 2001), „Parallels and Paradoxes: Explorations in Music and Society” (mit Daniel Barenboim, Pantheon, 2002) „Humanism and Democratic Criticism” (Columbia University Press, 2004, das letzte Buch, das er zu Ende geschrieben hat). Die folgenden Werke von Edward Said wurden bis jetzt posthum veröffentlicht: „From Oslo to Iraq and the Road Map” (Pantheon, 2004), „On Late Style” (Pantheon, 2006) und „Music at the Limits” (Columbia University Press, 2007).



